Theater

3. Januar bis 13. Februar 2022

33 Variationen auf Haydns Schädel

DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS

Kaum zu glauben: Kurz nach seinem Begräbnis wurde der Kopf des weltberühmten Komponisten Joseph Haydn gestohlen, um die Quelle seines Genies zu ergründen. Peter Esterházy hat diesen Stoff folgerichtig zu einer postdramatischen Groteske verarbeitet.

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Tickets gibt es für 25 Euro auf der Website des Deutschen SchauSpielHauses. Alle Vorstellungen finden unter 2G-Bedingungen statt.

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Joseph Haydn gilt heute als „Vater“ der Wiener Klassik, doch zu seinen Lebenszeiten dauerte es ein wenig, bis der Komponist zu Ruhm kam. Bis er mit seinem Geburtstagsständchen für Kaiser Franz im Burgtheater Wien endlich weltbekannt wurde – heute kennt man das Stück vor allem als deutsche Nationalhymne –, schrieb er vor allem Symphonien und Streichquartette am Hof des ungarischen Fürsten Esterházy. 

Einer seiner Nachfahren, der vielfach ausgezeichnete ungarische Autor Péter Esterházy, hat sich eine reichlich kuriose Randnotiz vorgenommen, in die auch seine Familie verwickelt ist, und aus dieser Anekdote einen postdramatischen Theatertext geschaffen, der mit Hochkultur und Geniekult ins Gericht geht: Nach Haydns Tod im Jahr 1809 raubten Anhänger*innen der Wiener Schädellehre den Kopf des Komponisten aus seinem Grab, um herauszufinden, wo sein musikalisches Genie verortet ist. Erst 1954 sorgte die Familie Esterházy dafür, dass Haydns Schädel im fürstlichen Mausoleum seine wohlverdiente Ruhe findet. 

In Viktor Orbáns Ungarn ist „33 Variationen auf Haydns Schädel“ – genau wie alle anderen Werke des 2016 verstorbenen Peter Esterházy – de facto verboten worden. Viktor Bodo, Dozent der Theaterakademie in Budapest und Mitglied der Protestbewegung #freeSFZE, zeigt die musikalisch-szenische Groteske nun im MalerSaal des Deutschen SchauSpielHauses. Bis zum 13. Februar 2022 finden vier Vorstellungen statt, für alle davon gilt die 2G-Regel.

 

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