Kunst

30. September 2022 bis 15. Januar 2023, Eröffnung 29. September 2022 19 Uhr

Atmen

HAMBURGER KUNSTHALLE

Die weltweit erste große Ausstellung mit dem Thema ATMEN, die sich mit dem Atem und seiner Darstellung in der Kunst beschäftigt. In mehr als 100 Werken wird sich epochenübergreifend mit diesem existenziellen Thema beschäftigt.

Jeder Mensch tut es: Atmen. Es scheint ein unbewusster, biologischer Vorgang zu sein, aber der Atem ist so viel mehr bzw. hat so viel mehr Bedeutung. Es gibt sowohl soziale, religiöse und politische Dimensionen des Atems. Der Atem ist eine biblische Metapher, da beispielsweise das Einhauchen des Atem ein zentraler Moment der Schöpfungsgeschichte ist. Er ist aber auch ein Ausdruck unserer Beziehung mit der Welt, da wir beispielsweise durch Luftverschmutzung an Atemwegserkrankungen und -beschwerden leiden können. Aber auch politisch hat er Bedeutung, was wir nicht zuletzt auch bei den Black Lives Matter Bewegungen gesehen haben ("I can´t breath"). Schon seit der Antike hat der Atem mehr Bedeutung als nur die reine ausstömende Luft, er wird als Vehikel des Lebens, Denkens, der Inspiration und in vielen Kulturen auch der Seele gesehen. Atem wird von den meisten Menschen trotzdem als selbstverständlich angenommen, bis sie durch äußere Umstände ihren Blick darauf wenden. Beispielsweise durch Krankheiten, den Klimawandel, Pandemie oder körperliche Gewalt bekommen Menschen einen anderen Blickwinkel auf ihren Atem, bzw. wird ein Bewusstsein zur Wichtigkeit des Atems geschärft. Denn der Zugang zu Sauerstoff ist für uns lebenswichtig, was wir nicht zuletzt auch während der Pandemie merken. Der eigene Atem und der Atem anderer Menschen wurde zur potentiellen Gefahr, da er krankheitsauslösend und damit sogar potentiell tödlich wurde.

Die groß angelegte Ausstellung ATMEN beschäftigt sich deshalb in rund 100 Werken von 45 künstlerischen Positionen aus 18 Ländern mit dem Thema und macht dabei die Vielfalt des Umgangs mit dem Thema deutlich. Dabei wird sowohl auf die gesellschaftliche, die politische und globale Relevanz, als auch auf die aktuelle Brisanz eingegangen. Die Ausstellung besitzt eine große interdisziplinäre Bandbreite, es gibt Werke aus der Malerei, Skulpturen, Installationen, Fotografien, Zeichnungen, Performances, Video und Film sowie Sound Pieces. Eine bunte Mischung aus herausragenden Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen, Werken der Kunsthalle und extra für die Ausstellung geschaffenen Werken.

Unter den Ausstellungsstücken sind Werke der alten Meister wie Hendrick ter Brugghen und David Teniers d.J., aber auch internationale Zeitgenoss*innen wie der kolumbianische Künstler Oscar Muñoz und die indische Künstlerin Vibha Galhotra. Um neue Werke zu schaffen wurden beispielsweise die Künstler*innen Helen Commock, Alice Channer, Joachim Koester und Sebastian Stumpf eingeladen. Aber auch um Arbeiten zu modifizieren wurden beispielsweise Forensic Architecture, Kasia Fudakowski, Teresa margolles, Markus Schinwald und Nina Canell eingeladen.

ATMEN ist eine große Ausstellung, die sich über mehrere Gebäudeteile der Hamburger Kunsthalle bis in den Außenbereich hinaus zieht. Sie stellt einen weiteren Höhepunkt der Serie gesellschaftlich relevanter Themenausstellungen dar, die sich mit Tabu- und Grenzthemen auseinandersetzten. Die Vorgänger waren BESSER SCHEITERN (2013), WARTEN (2017) und TRAUERN (2020).

Zur Ausstellung gibt es an einigen Tagen eine Einführung, welche man für 4€ zusätzlich unter https://rausgegangen.de/events/einfuhrung-in-die-ausstellung-atmen-1 buchen kann. Für die Ausstellung selbst gibt es vier Audioguides in der App der Hamburger Kunsthalle zum Download (der Download ist kostenlos, in der Kunsthalle gibt es die Möglichkeit für 4€ ein Leihgerät zu erhalten), einen in Deutsch, einen in Englisch, einen für Kinder und einen in leichter Sprache. Die Audioguides führen durch die verschiedenen thematischen Stationen und widmen sich den unterschiedlichen Aspekten der Ausstellung. Außerdem gibt es zwei Aktionswochenenden (1./2. Oktober und 19./20. November) an denen es besondere Führungen, szenische Lesungen, Künstler*innen- und Expert*innengespräche und Vorträge zum Thema Atem geben wird. Am 19. November wird es außerdem zusätzlich noch eine einmalig stattfindende große Lichtprojektion geben (IN MEMORIAM von Jenny Holzer). Wer sich dann noch weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, der hat die Möglichkeit die reich bebilderte Publikation ATMEN zu erwerben (32€ im Museumsshop / 44€ im Onlineshop https://www.freunde-der-kunsthalle.de/shop/artikel/1303), welche das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und Disziplinen beleuchtet.

Die Ausstellung ATMEN ist vom 30. September 2022 bis zum 15. Januar 2023 in der Hamburger Kunsthalle zu erleben und gibt den Besucher*innen die Möglichkeit sich dem Thema Atmen facettenreich und auf vielfältige Weise zu nähern, indem sie auf historische Analogien und zeitgeschichliche Besonderheiten im künstlerischen Umgang mit dem Thema stoßen. Die Eröfnung der Ausstellung findet am 29. September von 19 bis 22 Uhr statt.

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