Kunst

Bis zum 26. März 2023

Die Großen Fragen

HAMBURGER KUNSTHALLE

DIE GROßEN FRAGEN ist eine Kampagne der Hamburger Kunsthalle, bei der über die Begegnung mit der Kunst eine Auseinandersetzung mit den großen Fragen der Gesellschaft zu erreichen. Die Kampagne soll direkt zeigen, dass das, was im Museum zu sehen ist, Meisterwerke aus 700 Jahren, etwas mit jedem einzelnen zu tun hat, ganz direkt und unmittelbar.

Die Kunst beschäftigt sich mit den großen Themen des Lebens: Sehnsucht, Armut, Gerechtigkeit, Liebe, Hoffnung, Schmerz, Glauben, Gemeinschaft, Freiheit usw. Im besten Fall stellt die Kunst Fragen, manchmal hat sie sogar Antworten auf diese. Die Themen sind zeitlos, sprechen Grundsätze an und sind oft sogar kulturübergreifend. Jeder Mensch sucht oder hat eine Meinung zu diesen Themen.  Kunst gibt die Möglichkeit einen anderen Blick auf die Welt zu bekommen, indem der Blick auf vergangene Epochen gelenkt wird oder eine Konfrontation mit der eigenen geschaffen wird. Kunst bietet somit eine Möglichkeit ins Gespräch zu kommen über die Werte unserer Gesellschaft, unsere Vorstellungen, Sehnsüchte, Ängste und über uns selbst.

Nicht zuletzt nach der Corona-Pandemie wurde die Frage wie wir in unserer Gesellschaft leben wollen wieder stärker in den Fokus gerückt. Deshalb startete die Hamburger Kunsthalle im Spätsommer 2020 mit einer neuen Plakat-Kampagne im Stadtgebiet, welche aus zehn Themen und Motiven von Werken aus der Sammlung der Kunsthalle stammt. Gerechtigkeit, Freiheit, Überfluss, Liebe, Sehnsucht, Identität, Hoffnung, Einsamkeit, Macht und Heimat. Nun gibt es eine interaktive Führungsreihe zu diesen Themen, in der die Möglichkeit besteht sich aktiv zu beteiligen. Ein gemeinsames Gespräch und gemeinsames Tun lassen die Führung für Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren die Themen gemeinsam aufarbeiten und so zu einem gemeinsamen Erlebnis werden.

Am Freitag, den 09. Dezember 2022 findet eine Führung zu dem Thema MACHT mit Prof. Dr. Susanne König statt, die sich damit beschäftigt was der Begriff Macht bedeutet. Gerade heutzutage sind wir uns sehr bewusst wie ungleich Macht verteilt ist und was dies bedeutet, sei es in der Politik, in Arbeitsverhältnissen, zwischen Staat und Bürger*innen, zwischen den Geschlechtern. Jede*r hat unterschiedliche Auffassungen von Macht und so gibt es ein breites Spektrum der Darstellung dieser. "Neben Gedankenanstößen und Infos zu den Werken geht es also vor allen Dingen um Partizipation: Welche Vorstellungen und Anliegen zum Thema Macht haben Sie?"

Am Sonntag, den 29. Januar 2023 findet eine Führung zum Thema HOFFNUNG mit Stefan Saalmüller statt, die sich damit beschäftigt, welche Vorstellungen und Anliegen Besucher*innen zum Thema Hoffnung haben. Gerade in Zeiten von großen Herausforderungen spielt die Hoffnung eine große Rolle. Hoffnung ist ein Lichtstreif am Horizont, der Kraft gibt, durchhalten lässt und zum Weitermachen bringt. Auch in der Vergangenheit haben Künstler*innen auf Krisen reagiert und ihre Hoffnung auf Veränderung in der Kunst auf unterschiedliche Weise ausgedrückt. 

Am Sonntag, den 26. Februar 2023 gibt es eine Führung zum Thema FREIHEIT mit Prof. Dr. Susanne König, bei der es aber nicht nur um die politische Freiheit geht, sondern auch die individuelle. Wir leben zum Glück in einer Gesellschaft, in der die Freiheit in unserer Verfassung verankert ist, jedoch sehen wir aktuell leider auch, dass das nicht überall so ist. Es ist ein hart erkämpftes Recht, für das bei uns frühere Generationen gekämpft und teilweise sogar ihr Leben gelassen haben und in einigen Ländern das heute der Fall ist, wie beispielsweise aktuell im Iran. Natürlich gibt es aber neben der offensichtlichen auch die gefühlte Freiheit, wie zum Beispiel die Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen, welche die persönliche Freiheit einschränken. Künstlerische Werke aus den letzten drei Jahrhunderten bieten verschiedenste Interpretationen von Freiheit, sowohl politisch, gesellschaftlich und intellektuell, als auch spirituell.

Am Sonntag, den 26. März 2023 gibt es die Führung der Reihe zum Thema GERECHTIGKEIT mit Theodore Kuttner, bei der die verschiedenen Auffassungen darüber, was Gerechtigkeit ist näher beleuchtet werden, denn die Auffassungen haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. Die Interpretationen gehen von einer "göttlichen Gerechtigkeit" im Mittelalter über eine "soziale Frage" im 19. Jahrhundert bis zum heutigen Wunsch nach gleicher Behandlung für alle Menschen, die anhand ausgewählter Werke näher betrachtet und diskutiert werden.

Die Teilnahme an den Führungen kostet 6€ zzgl. zu dem Eintritt zu der Kunsthalle. Da die Führungen auf 15 Teilnehmer beschränkt sind, empfiehlt es sich Teilnahmetickets im Vorverkauf vor Ort an der Kasse oder im Ticket-Online-Shop der Kunsthalle zu erwerben. Der Treffpunkt für die Führungen ist dann das Altbautreppenhaus / die Empore.

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