Film

19. August 2021

Doch das Böse gibt es nicht

ZEISE KINO

Der Berlinale-Gewinner 2020 heißt »Doch das Böse gibt es nicht« - und er wartet noch immer auf seinen richtigen Kinostart. Es ist ein eindrucksvoller Film des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof, der mit unterschiedlichen Sichtweisen die Todesstrafe im Iran thematisiert. Am 19. August feiert das Filmdrama sein Comeback im Hamburger Zeise Kino.

»Doch das Böse gibt es nicht« erzählt über vier unterschiedliche Menschen, die vor Situationen stehen, die einen substantiellen Wendepunkt im jeweiligen Leben bedeuten. Was tut ein liebender Ehemann und Vater tagtäglich, wenn er frühmorgens das Zuhause verlässt? Wie kann ein junger Mann einem Befehl zum Töten entgehen? Was passiert mit einer jungen Liebe, wenn der Boden unter den Füßen weggerissen wird? Welches Geheimnis hat der zurückgezogen lebende Onkel, den man seit Jahren nicht mehr gesehen hat? In allen Geschichten geht es um das Schicksal von Menschen, die in einem absoluten Regime leben und die moralischen Konsequenzen, die diese Situation mit sich bringt.

Zwar gilt Regisseur Mohammad Rasoulof als einer der aktivsten und angesehensten Filmemacher im Iran, doch führte seine kritische Auseinandersetzung mit dem Regime dazu, dass er seit 2017 das Land nicht mehr verlassen darf und dass er zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde. Das Filmdrama »Doch das Böse gibt es nicht« wurde folglich ohne Produktionsgenehmigung im iranischen Staat gedreht, da diese den Filmschaffenden nicht erteilt worden wäre. Unter großem Risiko entstand ein kraftvolles Filmdrama, das im vergangenen Jahr mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale ausgezeichnet wurde. Nach dem schwierigen Kinostart 2020, der zeitgleich mit dem monatelangen Lockdown war, läuft der Film am 19. August wieder im Zeise Kino an.

Doch das Böse gibt es nicht (offizieller deutscher Trailer)

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