Film

Kinostart ist der 14. Oktober 2021

Eine einsame Stadt

ZEISE KINO

In ihrem neuen Dokumentarfilm »Eine einsame Stadt« portraitiert die Regisseurin Nicola Graef das Gefühl der Einsamkeit – ein Gefühl, das vor keiner Generation, keiner Gesellschaftsgruppe und keiner Berufssparte Halt macht.

Eigentlich dürfte in einer Weltmetropole wie Berlin niemand einsam sein. Eigentlich. Und doch belegen Statistiken, dass sich immer mehr Menschen einsam fühlen, einsam sind, einsam leben. Sie sind alleine, auf sich selbst zurückgeworfen. In einer Zeit, in der mehr und mehr Begegnungen digital stattfinden, in der lange, verbindliche Partnerschaften immer ungewöhnlicher erscheinen, in der man sich nicht mehr heimisch fühlt in einer großen Familie, einem verlässlichen Freundeskreis oder einfach nur, weil man sich durch Jobwechsel oder Arbeitsbelastung nicht gekümmert hat um seine sozialen Beziehungen scheint dieses Gefühl symptomatisch zu sein. Die Individualisierungsschleife, einst als Befreiung gefeiert, macht erst heute mehr und mehr sichtbar, was auf der Strecke geblieben ist: Verbindlichkeit, Loyalität, Hinwendung. In den Großstädten werden immer mehr Single Wohnungen gebaut, weil sie gebraucht werden.

Realkulisse für diesen Film über die Erfahrung von Einsamkeit ist Berlin. Episodenhaft lässt sich »Eine einsame Stadt« mit seinen sieben Protagonisten durch die Stadt treiben. Sie alle leben ihre eigene Form von Einsamkeit: verlassen, verwitwet, Single, überfordert, gehetzt, auf der ewigen Suche. Alle eint das Gefühl in dieser Stadt nirgends so richtig dazuzugehören.

Mit »Eine einsame Stadt« ist Nicola Graef ein lakonischer, emotionaler, aber auch unterhaltsamer Film gelungen, der ganz ohne Schnörkel daherkommt und doch poetisch zugewandt, unaufdringlich, inne haltend, aber auch neugierig, unterhaltsam und abwechslungsreich ist.
Der Film wird ab dem 14. Oktober auf der großen Leinwand zu sehen sein. Tickets gibt es auf der Website des Zeise Kinos.

Eine einsame Stadt | Trailer

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