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Bis 28. Februar

Februar-Highlights im Metropolis Kino

METROPOLIS KINO

Vergessene britische Filmemacher, zwei überfällige Musicals, westdeutsche Skandalfilme, russische SciFi-Meisterwerke, queeres Barockkino, Roger Corman und Christian Slater: Trotz der Kürze des Monats Februar platzt das Metropolis-Programm aus allen Nähten.

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Tickets und das vollständige Programm gibt es auf der Website des Metropolis Kinos. Alle Vorstellungen finden unter 2G-Plus-Bedingungen statt.

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Im Februar geht die insgesamt 33 Filme umfassende Retrospektive des britischen Regisseurs Basil Dearden in die dritte Runde: Zum Abschluss wirft das Metropolis Kino noch einmal ein Schlaglicht auf die Vielseitigkeit des oft übersehenen Filmemachers, der Verwechslungskomödien (The Black Sheep of Whitehall, 1941) und Mystery-Dramen (They Came to a City, 1945) ebenso im Repertoire hat wie Film Noirs (The Ship That Died of Shame, 1955) oder im Boxermilieu angesiedelte Episodenfilme (The Square Ring, 1953).

Auch die Retrospektive über den Schauspieler Peter Van Eyck wird fortgesetzt. Mit Das Mädchen Rosemarie (1958) von Rolf Thiele läuft einer der großen Skandalfilme aus der Ära des Wirtschaftswunders, während sich im Melodram Du gehörst mir (1958) ein betrogener Ehemann auf die Suche nach dem Mörder des Mannes macht, mit dem seine Frau ihn hintergangen hat. „Die Groschenheftgeschichte ist zum bedeutungsschweren Schicksalsdrama aufgebläht“, urteilte einst das Lexikon des Internationalen Films – was eindeutig als Empfehlung zu verstehen ist. Weiterhin läuft mit Der Rest ist Schweigen (1958) ein vergleichsweise selten gezeigter Film des Meisterregisseurs Helmut Käutner („Unter den Brücken“, „Romanze in Moll“).

Die Reihe „Queer in the Eighties“ rückt erneut Filme mit LGBTQI+-Hintergrund in den Fokus, die in den 1980ern gedreht wurden – diesmal liegt ein Schwerpunkt auf dem britischen Regisseur Derek Jarman, dessen schillernder Caravaggio (1986) nicht nur eine dezidiert queere Perspektive auf das Leben des Frühbarock-Meisters Michelangelo Merisi da Caravaggio wirft, sondern auch ein Paradebeispiel dafür ist, wie frei auch ein Biopic sein kann, wenn es nicht historisiert. Als Begleitfilm für den sehenswerten Essayfilm Looking for Langston (1989) von Isaac Julien ist außerdem Jarmans Episoden-Kurzfilm The Dream Machine (1984) über William S. Burroughs zu sehen, beide Filme werden als 16mm-Kopie gezeigt.

Wie in jedem Monat wagt das Metropolis Kino auch im Februar einen „Blick ins Archiv“: Unabhängig von Themen- oder Reihenkontexten wird hier eine Reihe von 16mm- und 35mm-Kopien aus dem hauseigenen Filmarchiv präsentiert, neben der Musical-Komödie Adoptiertes Glück (1941) sind das diesmal Henri-Georges Clouzots virtuos getakteter Thriller Die Teuflischen (1955) sowie Misery (1990), nach „Stand by Me“ (1986) die zweite Stephen-King-Adaption von Rob Reiner, die für den Regisseur von „Die Braut des Prinzen“ und „Harry und Sally“ einen seltenen, aber umso geglückteren Ausflug ins Genrekino bedeutete.

Gleich zwei großartige Filmmusicals hat das Metropolis Kino zu den „Kinohighlights 2021“ gekürt – von zwei Großregisseuren, die schon lange laut davon träumen, ein Musical zu inszenieren. Da wäre zum einen Leos Carax, der eigentlich schon seine furiose Romanze „Die Liebenden von Pont-Neuf“ (1991) als Musical imaginierte, letztlich aber nur Spuren davon zurücklassen konnte. Dreißig Jahre und drei Filme später war es dann endlich wirklich so weit: Annette ist ein wilder, melodramatischer Ritt, wie nur Carax ihn hätte inszenieren können, und ist noch dreimal im Metropolis Kino zu sehen. Der andere Regisseur ist Steven Spielberg, der das Bernstein/Sondheim-Musical West Side Story zweitverfilmt hat – und den Romeo-und-Julia-Stoff mit einer Euphorie, einer Wärme und Beseeltheit reinszeniert, die Handwerker Robert Wise 1961 noch vermissen ließ. Außerdem gibt es im Rahmen des 2021er-Best-ofs noch dreimal die Möglichkeit, Ryūsuke Hamaguchis gefeiertes Zwei-Personen-Stück Drive My Car zu sehen.

Begleitend zur gleichnamigen Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle (14. 1.–14. 4.) zeigt die Reihe „Futura“ insgesamt zehn Science-Fiction-Filme, kuratiert vom Bildhauer, Fotografen, Objekt- und Installationskünstler Bogomir Ecker. Beginnend in der Frühzeit des Kinos mit drei Kurzfilmen des Kinopioniers Georges Méliès – am berühmtesten darunter wohl Die Reise zum Mond (1902) –, kommt das Programm mit Soylent Green aka Jahr 2022 … die überleben wollen (1973) sowie den zwei Andrej-Tarkowskij-Meilensteinen Solaris (1972) und Stalker (1979) in den 1970ern an.

Schließlich wird das Programm noch bis Ende März vom „Bizarre Cinema“ abgerundet, in dessen Rahmen jeden Sonntag um 14 Uhr ein mal mehr, mal weniger obskurer Genrefilm gezeigt wird, meist als 35mm-Kopie. Dem mittlerweile 95 Jahre alten B-Film-Helden Roger Corman zollt die Reihe mit Das Vermächtnis des Professor Bondi (1959) Tribut, einer Horrorkomödie im Beatnik-Milieu. In Rebellen auf Skateboards (1989) ist der junge Christian Slater in der Hauptrolle zu sehen, und auch Skatergrößen wie Tony Hawk tummeln sich in dem in der hier gezeigten deutschsprachigen Fassung besonders sehenswerten Teen-Krimi. Zu guter Letzt sind auch James Glickenhaus’ Actionfilm Der Söldner (1982) und der japanische Katastrophenfilm Panik über Tokio (1973) bei „Bizarre Cinema“ zu sehen, zu jedem Film gibt es vorher eine kurze Einführung.

ANNETTE | TRAILER

Gleaming The Cube | Trailer

SOLARIS | TRAILER

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