
Film
Kinostart ist am 26. Februar 2026
Fridas Fall
BALD IM KINO
Ein historischer Kriminalfall als psychologisches Kammerspiel
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St. Gallen, 1904: Ein Kind ist tot, seine Mutter gesteht – ohne Gegenwehr, ohne Erklärung. Mit FRIEDAS FALL nähert sich Regisseurin Maria Brendle einem realen Kriminalfall der Ostschweiz und erzählt ihn als stilles, eindringliches Psychogramm weiblicher Verzweiflung. Statt Sensation oder Anklage setzt der Film auf Zurückhaltung, Nähe und präzise gesetzte Leerstellen.
Im Zentrum steht Frieda Keller, gespielt von Julia Buchmann mit beeindruckender Kontrolle und innerer Spannung. Die Kamera bleibt dicht bei ihr, sucht das Unsagbare in Blicken und Gesten. Erst allmählich wird sichtbar, was niemand hören will: Das Kind ist aus sexueller Gewalt hervorgegangen, Friedas Leiden bleibt unbeachtet, ihre Schuld festgeschrieben.
FRIEDAS FALL zeigt eine Gesellschaft, die Frauen nur als moralische Kategorien kennt und Abweichung gnadenlos bestraft. Die nüchterne Bildsprache, das gedämpfte Licht und der Verzicht auf Pathos verleihen dem Film eine beklemmende Klarheit. Brendles Film ist kein Urteil, sondern eine Aufforderung zur Empathie – und eine Frage an die Gegenwart, wie viel sich seit 1904 wirklich verändert hat.


