Theater

Premiere am 18. November 2022

Jeeps

DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS

Eine Erbrechtsreform, welche den Zufall der Geburt verlagert, indem im Todesfall das Erbe beschlagnahmt und vom Staat per Zufallsprinzip neu verlost wird. Dadurch ist die Behörde nicht mehr nur Verwalter von Armut und Arbeitslosigkeit, sondern auch von Vermögen und Erbschaften. JEEPS zeigt den Mikrokosmos der Behörde nach der Änderung des Erbrechts.

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JEEPS von Nora Abdel-Maksoud ist eine schwarze Komödie, in der es um das Bedürfnis der Menschen nach sozialer SIcherheit und um den wunden Punkt der Klassenunterschiede geht, wobei eine Zuspitzung unseres Denken und Handelns anhand von Kontoständen und Testamentseröffnungen zur gefühlten Bedrohung wird. Denn wer in eine reiche Familie geboren wird, der will dieses Geld nicht verlieren, doch wer nur Grundsicherung bekommt, der hat durch die Erbrechtreform die Chance reich zu werden. Daraus entstehen harte Kämpfe, die in der Behörde, direkt neben dem Jobcenter ausgetragen werden. Eine Lotterie, durchgeführt von einer Behörde, wo bisher nur Schicksal war. "Echtes Losglück statt bloße Eierstocklotterie lautet die Gesetzgebung". Würde dies Wirklichkeit werden und die jährlich 400 Milliarden zu erbenden Euro neu verlost, so würde dies auch gewaltige politische und wirtschaftliche Macht neu verteilen. Damit ist eine Ungleichheit nicht abgeschafft, aber doch eine gewisse Gerechtigkeit geschaffen, da die Geburt nicht darüber bestimmt, wie viel man hat. Das Amt für Erbschaftslotterie treffen somit alle Gesellschaftsschichten aufeinander.

In JEEPS führt das zur Eskalation, das zwei bewaffnete Frauen zwei Sachbearbeiter mit einer Pistole bedrohen. Die beiden Frauen wollen den vom gesichtsblinden Sachbearbeiter hart erarbeiteten Jeep in die Luft jagen, sollten sie nicht ihren Willen bekommen. Die eine ist Hartz-IV-Empfängerin, welcher der Betrag der von ihr beim Pfandflaschen-Sammeln erwirtschaftet wurde von ihrem Einkommen abgezogen wurde, was sie natürlich nicht möchte. Die andere möchte das Los, mit dem Erbe ihres gerade verstorbenen Vaters ausgehändigt bekommen,  da es sich um ihr eigenes Geschäft handelt, dass leider auf den Namen ihres Vaters läuft.

Mit bitterbösem Witz behandelt Nora Abdel-Maksoud diesen wunden Punkt unserer Gesellschaft der Klassenunterschiede und sozialen Sicherheit. Harte Verteidigungskämpfe und große Chancen auf Reichtum liegen hier nah bei einander. Ein versuch die ungerechte Einkommensverteilung ein wenig gerechter zu machen, sodass "leistungsloses Vermögen" nicht automatisch innerhalb einer Familie bleiben, sondern durch den Zufall verlagert wird. Losglück kann somit zum Aufstieg, aber auch zum Abstieg in den sozialen Gesellschaft führen.

JEEPS feiert am 18. November 2022 Premiere im SchauSpielHaus Hamburg. Tickets für die zweistündige Aufführung von Nora Abdel-Maksouds bittere Komödie sind ab dem 30. September 2022 zu erwerben.

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