Film

Bis 31. März 2022

März-Highlights im Metropolis Kino

METROPOLIS KINO

Auch im März hat das Kommunale Kino Metropolis wieder einiges zu bieten: Der jüngst verstorbene Sidney Poitier wird mit einer Hommage geehrt, das Bizarre Cinema verabschiedet sich mit wilden Klassikern von Kathryn Bigelow und Samuel Fuller, die Reihe "Futura" wirft cineastische Blicke in eine mögliche Zukunft – und zeigt mit Luc Bessons "Das fünfte Element" einen der außergewöhnlichsten Blockbuster der letzten 25 Jahre.

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Tickets gibt es auf der Website des Metropolis Kinos. Zurzeit finden alle Vorstellungen unter 2G-Plus-Bedingungen statt.

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Auch wenn das neue Jahr bereits zwei Monate alt ist, blickt das Kommunale Kino Metropolis ein drittes Mal auf das vergangene Kinojahr zurück und stellt seine „Kinohighlights 2021“ vor. Dazu zählen im März unter anderem Sebastian Meises Liebesdrama Große Freiheit mit Georg Friedrich und Franz Rogowski, der sich mit den Auswirkungen des diskriminierenden Paragraphen 175 auseinandersetzt, durch den Homosexualität in der BRD bis zum Jahr 1994 unter Strafe stand. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit First Cow, mit dem Kelly Reichardt ihrer alternativen, unvergleichlich sanften Americana nicht nur ein weiteres Kapitel hinzufügt, sondern auch ihren bis dato wohl zugänglichsten und humorvollsten Film gedreht hat.

Ebenfalls fortgesetzt wird die vom Bildhauer, Fotografen, Objekt- und Installationskünstler Bogomir Ecker kuratierte Reihe „Futura“, die die gleichamige Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle (14. 1.–14. 4.) begleitet und insgesamt zehn Meilensteine des Science-Fiction-Kinos zeigt. Im März sind das Ridley Scotts stilprägendes futuristisches Meisterwerk Blade Runner (1982), das hier im 2007 von Scott selbst erstellten Final Cut gezeigt wird, der sich von der Ursprungsfassung unter anderem durch das Fehlen von Harrison Fords Voice-Over unterscheidet, der zuvor die stilistische Nähe zum Film-Noir-Genre betonte. Auch Douglas Trumbulls Silent Running aka Lautlos im Weltraum (1972) sowie der erst vor wenigen Monaten zum dritten Mal fortgesetzte moderne Klassiker The Matrix (1999) laufen im Rahmen von „Futura“, das Highlight dürfte aber die Gelegenheit darstellen, mit Luc Bessons Das fünfte Element einen der verrücktesten Blockbuster der 90er-Jahre auf 35mm zu erleben.

Neben der groß angelegten Basil-Dearden-Werkschau, die im März zu ihrem Finale kommt, geht auch die Retrospektive über den Schauspieler Peter Van Eyck in die nächste Runde. Zu den Höhepunkten zählen gleich zwei Filme über den Verbrecher und Verwandlungskünstler Dr. Mabuse – der vom Regisseur der Originalfilme, Fritz Lang, selbst inszenierte Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (1960), der zugleich das Vermächtnis des Meisterregisseurs („M“, „Metropolis“) darstellte, sowie der vier Jahre später gedrehte Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse. Darüber hinaus gibt es mit Fünf Gräber bis Kairo (1943) einen selten gezeigten Film von Billy Wilder sowie Rolf Thieles so eleganten wie eigenartigen, unbedingt sehenswerten Sanatoriumsfilm Labyrinth (1959) zu sehen.

Am 6. Januar ist Sidney Poitier verstorben, der für seine Hauptrolle in der Komödie Lilien auf dem Felde im Jahr 1964 als erster Schwarzer Schauspieler den Oscar als Bester Hauptdarsteller gewann und damit nicht nur zum Filmstar, sondern auch zur Symbolfigur für kommende Schauspieler*innengenerationen wurde. Den gerade genannten Film zeigt das Metropolis Kino im Rahmen seiner Hommage genauso wie Norman Jewisons Krimi-Klassiker In der Hitze der Nacht(1967), in dem Poitier erstmals in seine Paraderolle des Detektivs Virgil Tibbs schlüpfte, oder Raoul Walshs Band of Angels aka Weint um die Verdammten (1957), der sich wie viele Filme, in denen Poitier mitwirkte, mit dem Thema Rassismus auseinandersetzt.

Casablanca wird 80 Jahre alt! Zu diesem Anlass läuft der übergroße Klassiker mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman am 12. 3. gleich viermal, jeweils in unterschiedlichen 35mm-Kopien. Komplettiert wird das Special „Casablanca XXL“ von ausführlichen Filmgesprächen.

Allen, die gern mal mehr, mal weniger obskure Genrefilme von 16- oder 35mm-Kopien erleben, wird der Abschied schwerfallen: Die aktuelle „Bizarre Cinema“-Saison neigt sich ihrem Ende zu, weiter geht es erst wieder im späten Herbst. Zum (vorläufigen) Abschluss ist das Programm noch mal besonders großartig geraten, wenngleich es sich ungewohnterweise fast schon kanonisch liest: Mit Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis (1987) läuft der Solo-Debütfilm der späteren Oscar-Gewinnerin Kathryn Bigelow („The Hurt Locker“), eine noch immer unheimlich reizvolle Mixtur aus Vampirfilm und Western, mit der die Regisseurin, die den ebenfalls wunderbaren „The Loveless“ (1981) zuvor gemeinsam mit Monty Montgomery drehte, den Grundstein für ihre Karriere als eine der leider wenigen großen Actionregisseurinnen legte. Apropos Western: Samuel Fullers Vierzig Gewehre (1957) ist einer der wenigen klassischen Genrebeiträge, der von Frauen dominiert ist – und wild genug, um ebenfalls einen Platz im Bizarre-Cinema-Programm zu finden.

DAS FÜNFTE ELEMENT Offizieller Trailer (1997)

Near Dark - Official Trailer [HD]

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