Stadtkultur

Noch bis zum 31. Oktober 2021

Offener Prozess

KAMPNAGEL

Rechte und rassistische Gewalt sind leider immer noch Teil der deutschen Realität. Die Ausstellung „Offener Prozess" wirft Licht auf die oft marginalisierten Perspektiven ihrer Opfer, um mithilfe von künstlerischen sowie aktivistischen Mittel  einen Ansatz des „lebendigen Erinnerns“ zu schaffen.

Ostdeutschland, genau genommen Sachsen, fungiert als Ausgangspunkt der Ausstellung, um die Geschichte des NSU-Koplexes darzulegen, welche von den Kontinuitäten der rassistischen Gewalt gegen Migrant*innen und dem Widerstand, der daraus erwuchs, erzählt. Die Arbeiten von Želimir Žilnik, Harun Farocki, Thanh Nguyen Phuong, Sefa Defterli, Forensic Architecture, belit sağ und der Initiative 12. August widmen sich den Lebensrealitäten von Gastarbeiter*innen, berichten von Migrationsgeschichten, der rechtsterroristischen Gewalt und beleuchten die Themen des strukturellen-und institutionellem Rassismus, welche tief in der Gesellschaft verankert sind. Die Ausstellung zeigt aktivistische Initiativen, die an jene erinnern, die Opfer dieser Gewalt geworden sind. Diese Perspektiven zu hören und anzuerkennen ist Teil der politischen Praxis, aus welcher ein Verständnis der Thematik und ein kontinuierliches Erinnern prozesshaft erwachsen kann.Kurator*innen der Ausstellung sind die forschende Aktivistin und Kunstvermittlerin Ayşe Güleç und der Künstler Fritz Laszlo.

„Offener Prozess" ist ein Projekt des ASA-FF e.V. in Chemnitz. Während die ursprüngliche Ausstellung in Jena verortet ist, gastiert eine kleinere und flexiblere Version in 15 verschieden Städten bundes- und europaweit. Sie ist Teil der Aktion „Kein Schlussstrich“, die genau das fordert: die weitere Aufarbeitung und nachhaltige Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Rassismus in unserer Gesellschaft. Sie bearbeitet künstlerisch den Diskurs um den Kampf gegen rassistische Gewalt und für Aufklärung. Gleichzeitig dient sie als Netzwerk für alle Akteur*innen und Initiativen, die Teil desAufklärungsprozesses sein wollen.

Noch bis zum 31. Oktober kann die Ausstellung in der Kulturfabrik Kampnagel besucht werden. Tickets sind kostenlos, aber eine Anmeldung im voraus via Ticketlink ist notwendig.

Trailer zur Ausstellung Offener Prozess

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