Kunst

10. Februar bis 07. Mai 2023

Paris ist meine Bibliothek

HAMBURGER KUNSTHALLE

In der Ausstellung werden Zeichnungen und Druckgrafik des Künstlers Félicien Rops gezeigt. Rops hat ein berühmt-berüchtigtes Motivrepertoire mit häufig nackten Frauenkörpern, dargestellt in provozierend expliziten Szenen und schockierenden satanistischen Ritualen in fantasievoll-opulenten Szenerien.

Oberflächlich betrachtet sind die Darstellungen von Félicien Rops (1833-1898) frivol und obszön, doch stecken hinter diesen scharfer Witz, Religions- und Gesellschaftskritik sowie politische Satire. Der Belgier ist wohl der einflussreichste und bedeutenste Radierer der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und arbeitete damals hauptsächlich in Brüssel und Paris. Besonders prägend waren auch seine weit verbreiteten und immer wieder für Skandale bekannten Druckgrafiken, welche bis nach 1900 mehrere Künstlergenerationen prägten, wie beispielsweise Max Klinger, Alfred Kubin und Otto Dix.

Während Rops in seiner frühen Schaffenszeit meist satirische Lithographien schuf, wandt er sich spätestens ab 1860, weil er regelmäßig in Paris lebte und arbeitete der Stadt mit ihren vielgestaltigen Bewohnern, sowie deren Ausschweifungen und Abgründen. Er wurde aber auch kritisch für seine Doppelmoral von den Franzosen und Belgiern beäugt, da er einen lockeren Lebenswandel hatte und enge Kontakte zur pariser Bohème, beispielsweise war er mit Charles Baudelaire befreundet. Erfolgreich war Rops vor allem auch als gefragter Illustrator significanter Frontspitzen und Titelblätter von symbolischer Literatur. Seinen exzentrischen Ruf in Europa verstärkte er vor allem mit seinen als Pornographie bezeichneten Radierungen, die ihm zwar Aufmerksamkeit, aber auch viel Widerstand einbrachten. 

Das Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle hat seit 1907 eine der umfangreichsten, deutschen Sammlungen an Werken des belgischen Symbolisten, erworben aus der Sammlung des Hamburger Juristen und Kunstsammler Johannes Mohrmann. Trotz der Größe und Bedeutung der Hamburger Sammlung mit mehr als 250 Werken, sind viele der Stücke bis heute nahezu unbekannt und noch nie ausgestellt worden.

Die Ausstellung PARIS MEINE BIBLIOTHEK - ZEICHNUNGEN UND DRUCKGRAFIKEN VON FÉLICIEEN ROPS im Harzen-Kabinett der Hamburger Kunsthalle umfasst knapp 100 Blätter an Druckgrafiken und Zeichnungen Rops. Neben den sexuell expliziten Darstellungen liegt der Fokus der Ausstellung besonders auch auf seinen politisch-kritischen und satirischen Arbeiten. Der umfassende Blick auf sein Schaffen ermöglicht somit eine Offenlegung und kritische Hinterfragung der von Rop häufig thematisierten Geschlechterrollen, sozialen Verhältnisse und moralischen Ambivalenzen der damaligen Zeit und Gesellschaft.

Die von Dr. Andreas Stolzenburg und Juliane Au kuratierte Ausstellung PARIS MEINE BIBLIOTHEK - ZEICHNUNGEN UND DRUCKGRAFIKEN VON FÉLICIEEN ROPS gibt es vom 10. Februar bis zum 07. Mai 2023 im Harzen-Kabinett der Hamburger Kunsthalle zu bestaunen. Da es in der Austellung vermehrt Nacktheit, sexuell explizite Szene und teilweise rassistische Stereotypen und Darstellungen von sexuellen Missbrauch zu sehen gibt, liegt ein Besuch von Minderjährigen im Ermessen der Erziehungsberechtigten.

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