Kunst

17. Februar bis 17. September 2023

The F* Word

MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE

Frauen sind oft nur ein beliebtes Bildmotiv, aber nur wenige weibliche Positionen werden in Museen, Galerien und Konstitutionen ausgestellt. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich das international bekannte Kollektiv "Guerrilla Girls" aus den USA mit humorvollen, aber auch aufklärenden und anklagenden Werken gegen Sexismus, Rassismus, Diskriminierung, Machtmissbrauch und Korruption im Kunstbetrieb.

Das Kollektiv gründete sich 1985 in New York als eine Reaktion auf eine Ausstellung des Museum of Modern Art, welche einen internationalen Überblick zeitgenössischer Malerei und Skulpturen geben wollte. Doch von den Ausgestellten Werken von 165 Künstler*innen waren nur 13 Frauen vertreten und noch weniger BIPoC (Black, Indigenous, People of Colour). Seitdem machen sie immer wieder mit ihren Werken und Aktionen auf Missstände aufmerksam. Sie nutzen Statistiken, pointierte Formulierungen auf Plakaten, Flyern, Broschüren und in Videos, mit denen sie auf Veränderung pochen. Außerdem gibt es immer wieder Performances der Gruppe als zentraler Bestandteil ihrer Arbeiten. Bei diesen Performances tragen sie Gorillamasken, damit sie anonym bleiben können und auch um sicher zu stellen, dass ihre Messages im Vordergrund stehen und nicht sie als Personen selbst.

„Do women have to be naked to get into the Met. Museum?“ war der legendäre Spruch auf einem Poster, mit welchem die Aktivist*innengruppe 1989 in New York auf die Missstände in Kunstinstitutionen aufmerksam machte. Extra für diese Ausstellung im MK&G entwickelten die Guerilla Girls eine eigene Arbeit, welche die Sammlung des Museums kritisch hinterfragt. Die Ausstellung THE F* WORD - GUERILLA GIRLS UND FEMINISTISCHES GRAFIKDESIGN nutzt Plakate der Kunstlerinnengruppe als Ausgangspunkt der Gruppenschau auf rund 400 Arbeiten von 1870 bis heute.

Die Gruppe der Guerrilla Girls besteht aus aktiven Künstler*innen und agiert international. Seit 2022 ist das Gesamtwerk der Guerrilla Girls im MK&G und wird nun mit 100 Arbeiten als bisher größte Ausstellung der Werke in Deutschland präsentiert. Zwar ist der Hauptfokus immer auf die Kunstwelt gerichtet, doch werden auch immer mehr die Filmwelt, Theater, Popkultur und Politik kritisiert.

Die Ausstellung im MK&G wird als Impulsgeber genutzt, die eigene Sammlung zu evaluieren und somit hoffentlich neue Praktiken für die Sammlung und Ausstellungen zu entwickeln. Denn das ist auch dringend notwendig, denn weniger als 1,5% der Arbeiten in der Sammlung sind Gestalterinnen zugeordnet. Außerdem sind BIPoC und LGBTQI* kaum in der Sammlung vertreten, es gibt somit als großes Kritik und Veränderungspotenzial.

THE F* WORD - GUERILLA GIRLS UND FEMINISTISCHES GRAFIKDESIGN ist vom 17. Februar bis zum 17. September 2023 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu erleben. Begleitend zur Ausstellung gibt es außerdem einige Veranstaltungen wie Workshops und eine Lecture Performance, weitere Infos sind auf der Seite der Ausstellung (https://www.mkg-hamburg.de/ausstellungen/the-f-word) zu finden.

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