Theater

16. November 2020

abgesagt: Trutz

DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS

Ein Autor flieht mit seiner Familie vor den Nazis in die Sowjetunion und wird auch dort Opfer einer politischen Ideologie. Jahre später kehrt der Sohn des Opfers, Maykl Trutz, zurück in die DDR – auch dort verfolgt ihn die Erinnerung an das Geschehene.

Maykl Trutz ist schon von klein auf in Mnemonik, in Gedächtniskunst, geschult – er kann nicht vergessen. So gerät er immer und immer wieder mit den Mächtigen in Konflikt, weil deren Machtanspruch allzu oft auf dem Vergessen und Verleugnen beruht. Schon sein Vater war den Nazis ein Dorn im Auge und floh voller Hoffnung in die Sowjetunion, wo er schließlich in einem Gulag erschlagen wurde. Um dem stalinistischen System zu entkommen, kehrt der mittlerweile 18-jähirge Maykl Trutz zurück in die DDR – doch auch hier vergisst er das Schicksal seiner Eltern nicht. So kommt es zum Konflikt mit einer politischen Ideologie, die in einem Gerichtsprozess gipfelt, der nicht gewonnen werden kann.

»Trutz« ist die Adaption des gleichnamigen Buches von Christoph Hein. Ein großes Buch voller Erinnerungen über die leidvollen Erfahrungen zweier Generationen in Deutschland und Russland bzw. der Sowjetunion im vergangenen Jahrhundert. Vergessen und Erinnern sind in »Trutz« die beiden die Themen, die die Wirren des 20. Jahrhunderts offenbaren. Unter der Regie von Dušan David Pařízek feierte Trutz am 29. November 2019 im Schauspielhaus Premiere – ein gelungenes Stück, das nun ein knappes Jahr später erneut auf die Bühne kommt.

Trailer "Trutz"

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