Stadtkultur

Ausstellungsbeginn 4. Februar 2022

Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990. - Fotografien von Ergun Çağatay

MUSEUM FÜR HAMBURGISCHE GESCHICHTE

1990 dokumentierte der renommierte Istanbuler Fotograf Ergun Çağatay (1937–2018) das Leben von türkischstämmigen Menschen in Deutschland und schuf damit die umfangreichste Bildreportage zur türkischen Einwanderung in Deutschland.

Der am 15. Januar 1937 in Izmir geborene Fotograf, Fotojournalist und Autor studierte nach seinem Abschluss zunächst am Istanbuler Robert College an der Rechtsfakultät der Istanbuler Universität. Seine berufliche Laufbahn begann als Texter in einer Werbeagentur, bis er 1968 seine Arbeit als Fotojournalist für die Agentur Associated Press aufnahm. Danach war er für verschiedene Agenturen und Unternehmen tätig und fertigte als erster eine Fotoserie illustrierter Manuskripte aus dem Topkapi-Museum in Istanbul an. In späteren Jahren bereiste er Europa und Zentralasien und dokumentierte seine Eindrücke mit der Kamera.
Im Jahre 1990 begab er sich auf eine Fünf-Städte-Reise nach Hamburg, Köln, Werl, Berlin und Duisburg, auf welcher auch die kommende Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte basiert. Von März bis Mai machte Çağatay Tausende von Aufnahmen aus Arbeitswelt sowie dem Gemeinschafts- und Privatleben der ersten und zweiten Generation der sogenannten „Gastarbeiter*innen“, von denen viele später die deutsche Staatsbürgerschaft annahmen. Seine Bilder zeigen die ganze Vielfalt des deutsch-türkischen Lebens auf und geben Einblicke in den Alltag und die Schauplätze des Lebens der türkischstämmigen Frauen und Männer. Außerdem zieht er die Zwischenbilanz einer Migrationsgeschichte, die Deutschland nachhaltig veränderte.

Anlässlich des 60. Jahrestags des zwischen Bonn und Ankara geschlossenen Anwerbeabkommens im Jahr 1961 zeigt das Museum für Hamburgische Geschichte vom 4. Februar – 6. Juni 2022 die Ausstellung „Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990. Fotografien von Ergun Çağatay“ mit 120 der eindrucksvollsten Bilder seiner Reportage. Tickets kosten 9,50 € für Einzelbesucher*innen.

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