Film

6. September 2020 um 13:20 Uhr

Exil

ABATON KINO

Visar Morinas dritter Spielfilm »Exil« geht in überaus atmosphärischer Dichte den Mechanismen und Wirkungsweisen eines alltäglich gewordenen Rassismus auf den Grund.

Der aus dem Kosovo stammende Pharmaingenieur Xhafer – eindrucksvoll gespielt von Mišel Matičević – fühlt sich von seinem beruflichen Umfeld gemobbt und rassistischen Bewertungen unterlegen. Dabei lebt Xhafer nun bereits seit 30 Jahren gemeinsam mit seiner deutschen Frau Nora (Sandra Hüller), mit der er gerade das dritte Kind erwartet, in Deutschland. Nach und nach wird gekonnt in eine Welt eingeführt, in der Misstrauen und struktureller Rassismus den Rhythmus des Alltags bestimmen. Xhafer fühlt sich in der deutschen Gesellschaft sichtlich nicht dazugehörig, sein Umfeld kann das allerdings nicht immer nachvollziehen.

»Exil« hatte beim Sundance Film Festival im Januar 2020 seine Weltpremiere und lief außerdem bereits im Rahmen der diesjährigen Berlinale. Der Film erscheint genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Leinwänden und erläutert strukturellen Rassismus, ohne dabei zu schnell in Vorurteile zu verfallen und eine eindeutige Lesart hervorzubringen. In dem feinfühlig inszenierten, sich langsam entwickelten Psychodrama geht es fernab von Rassismus auch um Heimat und Identität, Zugehörigkeit und Zerrissenheit und den Verlust der Sicherheit. Ein atmosphärisch aufgeladener Spielfilm, der aktuelle Themen gekonnt aufgreift.

Exil Trailer

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