Theater

3. Oktober 2020

KONTROL

KAMPNAGEL

Wer die Arbeit von Patricia Carolin Mai kennt, der weiß, dass sich die Hamburger Choreografin mit dem Körper in Extremsituationen auseinandersetzt. Für »KONTROL« ließ sich Mai auf ein transformatives Selbstexperiment ein, für das sie zwölf Monate trainierte und ihren eigenen Körper an den Rande seiner Leistungsfähigkeit brachte.

Früher war die Choreografin Patricia Carolin Mai Leistungsschwimmerin. In dieser Zeit, die von hartem Training dominiert war, veränderte sich ihr Körper in Hinblick auf das angestrebte Ideal, Bestleistungen zu erreichen. Für »KONTROL« macht Mai diese Transformation noch einmal durch: Betreut von einem Experten trainierte sie zwölf Monate lang unter Anwendung von sportwissenschaftlichen Methoden, die für den Profisport entwickelt wurden. Dadurch setzte Mai eine sichtbare körperliche Transformation in Gang: Sie Körper wird muskulös! Im Stück verhandelt sie nun am eigenen Körper, was Leistungsgesellschaft, Androgynisierung durch starken Muskelaufbau und freiheitliche Selbstbestimmung für sie bedeuten. Können durchtrainierte Körper noch fragil sein?

Das Stück »KONTROL« liefert Perspektiven, die sich zwischen visueller Kunst und Leistungssport befinden. Patricia Carolin Mai gibt sich mit körperlicher Hingabe und langer Vorbereitung diesem extremen Selbstexperiment hin und ergründet in anmutenden Performances ihren Körper und das dahinterstehende Konzept von Geschlechtergerechtigkeit sowie das Recht auf freiheitliche Selbstbestimmung.

Am 24. September war die Uraufführung von »KONTROL« im K2 auf Kampnagel - die vorerst letzte Aufführung wird am 3. Oktober gezeigt.

KONTROL Trailer

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