Film

4. Oktober 2020

Persischstunden

PASSAGE KINO HAMBURG

Vadim Perelmans »Persischstunden« ist ein Film über die Kraft des Erinnerns, der Sprache und über das Überleben zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Das Thema des Holocausts wurde bereits unzählige Male auf unterschiedlichste Weise in Filmen behandelt und aufgearbeitet. »Persischstunden« schafft es, einen eigenen und nicht minder interessanten Blick auf den Zweiten Weltkrieg zu liefern. Der Film erzählt auf humorvolle Weise die unglaubliche Geschichte eines jungen Juden, der sich als Perser ausgibt und mithilfe einer eigens erfundenen Sprache knapp dem Holocaust entgeht. 

So absurd diese Prämisse auch klingen mag, beruht sie dennoch auf einer wahren – von Wolfgang Kohlhaase ausformulierten – Geschichte. Der Film wird von äußerst humoristischen Dialogen zwischen dem jungen Belgier Gilles (Nahuel Pérez Biscayart), der sich als Perser ausgibt, und Hauptsturmführer Klaus Koch (Lars Eidinger), der persisch lernen will, dominiert. Regisseur Perelmans vermenschlicht seine Figuren in gewisser Weise, ohne ihre Taten jedoch jemals zu relativieren. So gelingt es dem Regisseur trotz amüsanter Herangehensweise an das Thema, das Holocaust-Drama nie ins Lächerliche zu ziehen, sondern eine ausgewogene Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit zu wahren. Kombiniert mit der hohen Schauspielkunst, die der Cast darbringt, ist »Persischstunden« ein unglaublich sehenswerter Film.

Vadim Perelmans satirisches Weltkriegsdrama lief im Rahmen der Berlinale in der Sektion Berlinale Special und ist ein Film über das Überleben, den Erfinderreichtum und nicht zuletzt über die Macht der Sprache und die Kraft der Erinnerung.

Trailer zu Persischstunden

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