Film

20. August 2020

Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

ZEISE KINO

In einer Montage aus Archivmaterial hat Bettina Böhler mit »Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien« ein umfassendes Porträt des Künstlers Christoph Schlingensief geschaffen. Am 20. August feiert die Dokumentation in den Zeise Kinos seine Hamburg-Premiere.

Christoph Schlingensief war ein deutscher Ausnahmekünstler. Schon früh begann der 1960 geborene Junge mit der Schmalfilmkamera seines Vaters zu experimentieren und drehte bereits mit 14 Jahren seinen ersten Spielfilm. Bis er 2010 an Krebs verstarb, arbeitete er fortlaufend an künstlerischen Aktionen und Schriften, Filmen und Theaterstücken. Dabei waren die Kernthemen seines Schaffens die eigene Beziehung zu seinen Eltern sowie die deutsche Vergangenheit mit Bezug auf die politische Gegenwart. Schlingensiefs Arbeitsprinzip war dabei geprägt von der Zusammenfügung scheinbar zusammenhangsloser Themen und Bilder. Oft nur als Provokation verkannt, wurden seine Werke und ihre Auseinandersetzung mit faschistoiden oder rassistischen Stimmungen in Deutschland häufig missverstanden und sorgten für viel Aufregung.

Bettina Böhler, die schon früher die Werke des Filmemachers bearbeitete, hat Christoph Schlingensief nun mit ihrer Dokumentation ein filmisches Denkmal gesetzt. Der im Februar auf der Berlinale uraufgeführte Film zeigt verschiedene Schaffensphasen entlang Schlingensiefs Biografie. Anstatt mit Lobreden von Zeitzeugen, arbeitet Böhler ausschließlich mit authentischen Mitschnitten seiner künstlerischen Aktionen, Theater, Filme und Interviews sowie privaten Aufnahmen. In ihrem umfassenden Porträt des Künstlers räumt sie mit Vorurteilen auf und zeigt die Wichtigkeit seines Schaffens.

Trailer: Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

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