Film

Am 8. Juli, 22:15 Uhr, im Abaton Kino

Siberia

ABATON KINO

Ab Juli geht es endlich wieder ins Kino: Mit seinem Drama »Siberia« liefert Regisseur Abel Ferrara wohl einen der experimentierfreudigsten Filme der diesjährigen Berlinale. Ab dem 2. Juli ist im Abaton Kino die einem wirren Traum gleichende Reise eines Mannes in sein Innerstes zu sehen.

Clint hat sich in die Abgeschiedenheit einer einsamen Berghütte zurückgezogen. Hier betreibt er eine kleine Bar, deren seltenen Gäste nur Russisch oder Inuktitut sprechen. Als er auch hier nicht zur Ruhe kommt, bricht er eines Nachts mit seinem Husky-Schlitten in die Wildnis auf. Nach und nach vermischt sich die reale Welt immer mehr mit der Welt seiner Psyche. Wie in einem Fiebertraum trifft Clint auf seine Mutter, seine Ex-Frau, Mönche und Monster, wechselt von verschneiten Bergen zu Wüstenlandschaften, bis sich Wirklichkeit und Gedankenkonstrukte nicht mehr unterscheiden lassen.

Mit »Siberia« setzt sich Regisseur Abel Ferrara nicht zum ersten mal mit den Geistern der Vergangenheit auseinander. Auch dass er zusammen mit seinem Kollegen und Freund Willem Dafoe, der hier den Hauptcharakter verkörpert, ein gutes Team abgibt, konnte er schon in anderen Spielfilmproduktionen beweisen. Eine Frage, die so alt ist, wie die Filmgeschichte selbst, scheint ihn in seinem neusten Werk jedoch besonders beschäftigt zu haben: Wie kann man Psyche und Träume filmisch darstellen? Herausgekommen ist ein Experimentalfilm, welcher Kindheitstraumata, alte Konflikte und sowohl erotische als auch brutale Erinnerungen in konfusen Ausschnitten darstellt. Auf interessante Art und Weise folgt dieses Drama ohne klar strukturierte Erzählung dem Bewusstseinsstrom des Protagonisten.

Nach der Schließung der Kinos Mitte März geht es wieder los: Mit strenger Einhaltung der Hygienebestimmungen und Abstandregelung dürfen die Kinos wieder für die Öffentlichkeit öffnen. Am 8. Juli zeigt das Abaton Kino unter anderem »Siberia«.

Trailer: Siberia

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