Film

24. Februar 2020

Tommaso und der Tanz der Geister

ABATON KINO

Ein in die Jahre gekommener Künstler wird von den Geistern seiner Vergangenheit verfolgt, als er versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Das filmische Selbstporträt »Tommaso und der Tanz der Geister« des Regisseurs Abel Ferrara ist am 24. Februar, 22 Uhr, noch einmal im Abaton Kino zu sehen.

Der 60-jährige Tommaso lebt jetzt mit seiner jungen Frau und seiner Tochter in Rom. Er bringt seine Tochter zur Schule, er kauft ein, macht Yoga und geht zu Treffen für abstinente Drogensüchtige. Während er früher ein heikles Künstlerleben zwischen Heroinsucht und der Arbeit als Regisseur führte, muss er heute die Verantwortung für sein Kind und seine Eheprobleme übernehmen. Lediglich ein Nebenjob als Schauspiellehrer und nicht finanzierbare Filmideen erinnern noch an seine Vergangenheit. Doch auch wenn es äußerlich so wirkt, als hätte Tommaso den Schritt in ein neues Leben geschafft, ist er innerlich noch immer hin und her gerissen. Während er versucht, den Reizen seiner Vergangenheit zu entsagen, holen ihn seine Dämonen immer öfter ein.

Autobiografisch wird in »Tommaso und der Tanz der Geister« das Leben des Regisseurs Abel Ferrara thematisiert. Zwar offiziell nicht als Autobiografie deklariert, wird die Absicht Ferraras in seiner Vermischung mit der Realität klar: Auch wenn die Rolle des Protagonisten von seinem guten Freund Willem Dafoe gespielt wird, besetzten seine Frau und seine Tochter ihre eigenen Charaktere. Auch bei dem Drehort handelt es sich um die tatsächliche Wohnung des Regisseurs und seiner Familie. Der Film wirkt nach der Post-Produktion von Fabio Nunziata wie ein surrealer Kosmos aus Tommasos Verstand. Während er von rasender Wut zu Hilflosigkeit wechselt, schafft es Dafoe, dieses emotionale Chaos visuell werden zu lassen.

Trailer: Tommaso und der Tanz der Geister

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