Theater

4. Oktober 2020

Wir haben getan, was wir konnten

DEUTSCHES SCHAUSPIELHAUS

Anfang September startete das Deutsche Schauspielhaus nun endlich wieder in die neue Spielsaison. Unter anderem feierte das Stück »Wir haben getan, was wir konnten« des Regisseurs und Autors Tuğsal Moğul seine Uraufführung im Maler Saal. Moğul bringt eine medizinisch-theatrale Recherche über Leben und Tod im deutschen Gesundheitswesen auf die Bühne.

Drei Fälle aus der jüngsten deutschen Kriminalgeschichte bilden die Grundprämisse. Anhand davon werden Zustände und Grenzen eines maroden Gesundheitssystems durchleuchtet, in dem jahrelang aus Profitinteressen von KlinikbetreiberInnen und der Pharmaindustrie aus PatientInnen »KundInnen« wurden. Aus PflegerInnen und ÄrztInnen wiederum wurden »LeistungserbringerInnen« gemacht. Jenes auf ökonomische Effizienz getrimmte inhumane System wirkt erstmal so abstrus, dass man Gesehenes erstmal gar nicht für möglich hält. Begleitet wird diese Reise in abgeschlossene Räume – auf die Intensivstation oder in das Hinterzimmer einer Apotheke – sowie von Barockmusik, die von den MusikerInnen und SchauspielerInnen der Produktion sowohl gespielt als auch gesungen wird.

Der Regisseur und Autor Tuğsal Moğul praktiziert neben seiner Theaterarbeit als Anästhesist und Notarzt in Münster. Sein Debütstück »Halbstarke Halbgötter«, welches der erste Teil einer Trilogie über ÄrztInnen, PatientInnen und ihre Angehörigen ist, wurde mehrfach ausgezeichnet und auf Festivals eingeladen.

Wir haben getan, was wir konnten (Foto © Arno Declair)

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